Es war eine große Freude, den Literaturwissenschaftler Dr. Jan Kühne (tätig unter anderem am Franz Rosenzweig Minerva Research Center der Hebräischen Universität Jerusalem) für einen Gastvortrag im Rahmen der Seminarphase der Beruflichen Oberschule Bad Tölz gewinnen zu können.
Dr. Kühne lebt und forscht seit zwanzig Jahren in Jerusalem. Er beschäftigt sich intensiv mit deutsch-jüdischer Literatur, Mehrsprachigkeit und Theatergeschichte.
Ein zentraler und innovativer Aspekt seiner Forschung ist die deutsch-hebräische homophone Übersetzung. Bei einer homophonen Übersetzung (auch Oberflächenübersetzung genannt) wird ein Text nicht primär nach seinem Sinn in eine andere Sprache übertragen, sondern nach seinem Klang. Man sucht in der Zielsprache nach Wörtern, die sich akustisch so ähnlich wie möglich wie die Ausgangssprache anhören, selbst wenn sich dadurch ein völlig neuer Sinn ergibt.
In seinen Arbeiten – insbesondere zu dem berühmten Lyriker Dan Pagis (einem Überlebenden der Schoa) – zeigt Dr. Kühne, wie diese Technik als literarisches Trauma- und Bewältigungswerkzeug genutzt wird.
Nach dem Vortrag nahm sich Dr. Kühne nahm sich mehr als eine Stunde Zeit um die vielen Fragen der Schüler zum Vortrag, seiner Forschungsarbeit, aber auch zu seiner Person und seiner Meinung zur aktuellen Situation in Nahen Osten ausführlich zu beantworten.









